Kostenbewusstes Bauen durch bewusste Baustoffwahl
Berlin, Juli 2026 – Die Wohnungsbaufertigstellungszahlen 2025 fielen deutlich schlechter aus, als von vielen erwartet. Statt der vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) noch Ende Oktober 2025 vorhergesagten 235.000 neuen Wohnungen steht nun fest, dass im letzten Jahr nur 206.600 neue Wohnungen gebaut wurden. Würde sich eine vergleichbare Prognoseabweichung auch für 2026 zeigen, läge die Zahl nur noch bei rund 190.000 Wohnungen.
Das schon auf den ersten Blick enttäuschende Ergebnis für 2025 wird bei genauerer Betrachtung noch schlechter, denn der Rückgang hat sich nicht gleichmäßig auf die Segmente verteilt.
Rückgang im Neubau um ein Drittel in nur zwei Jahren
Während der Bau von Wohnungen in bestehenden Gebäuden von 31.540 Wohneinheiten in 2023 auf 30.790 Einheiten in 2025, also nur um 2,5 Prozent zurückging, sind die Neubauzahlen regelrecht abgestürzt. Im Jahr 2023 wurden noch 262.859 Wohnungen in diesem Segment geschaffen. 2025 waren es nur noch 175.867 und damit 33,1 Prozent oder fast 87.000 Wohnungen weniger. Nimmt man eine typische Belegung von 1,7 Personen je Wohneinheit an, konnten also fast 150.000 Menschen weniger als im Jahr 2023 eine neue Wohnung beziehen. Das entspricht ungefähr der Gesamtbevölkerung von Heidelberg, Neuss oder Regensburg.
Aber nicht nur für Wohnungssuchende sind diese Zahlen eine schlechte Botschaft.
Weniger Wohnungsbau bedeutet auch weniger Wohnungsbauinvestitionen. Zwischen 2023 und 2025 sanken die veranschlagten Kosten für neu gebaute Wohngebäude von ca. 85 auf nur noch 71,8 Milliarden Euro.
Nicht nur sehr viel weniger, sondern auch sehr viel teurer
Dass diese 13,2 Milliarden Euro fehlenden Wohnungsbauinvestitionen einen Rückgang um nur 15,6 und nicht um 32,8 Prozent wie bei den neu gebauten Wohnungen bedeuten, ist leider auch keine gute Nachricht.
Offensichtlich wurden nicht nur zu wenige Wohnungen gebaut, sie waren zugleich auch wesentlich teurer.
Allein von 2023 auf 2025 verteuerten sich die veranschlagten Kosten je fertiggestellter Wohnung von 323.000 auf 408.000 Euro je Wohnung, also 25 Prozent. Wählt man statt der veranschlagten Kosten je Wohnung die veranschlagten Kosten je Quadratmeter Wohnfläche, so ergibt sich sogar ein Anstieg von mehr als 30 Prozent innerhalb dieser zwei Jahre - von durchschnittlich 3.278 EUR je Quadratmeter Wohnfläche auf 4.285 EUR.
Vor diesem Hintergrund sollten alle politischen Bestrebungen und Initiativen die Baukostensenkung im Blick haben. Und ja, das Thema Baukostensenkung ist omnipräsent in Politik und Ministerien. Aber leider nur in der Einleitung. Nicht als Benchmark für die Initiativen und Entscheidungen.
Prominentestes Beispiel sind Holzbauinitiativen und der Hype um das serielle Bauen.
Jedes Jahr wertet die DGfM die Fertigstellungszahlen im Geschosswohnungsbau dergestalt aus, dass die Kubikmeter umbauter Raum durch die veranschlagten Baukosten geteilt werden. Der Durchschnitt über alle Bauarten (konventionell und Fertigteil) wird als Indexwert 100 gesetzt und sodann diese Berechnung für jeden verwendeten Baustoff und jede Bauweise durchgeführt. Immer wieder wird deutlich, der Holzbau ist wesentlich teurer als der Mauerwerksbau und beim Holzbau in Fertigteilbauweise kostet der umbaute Raum das meiste Geld.
So wurden bei den 2025 fertiggestellten neuen Mehrfamilienhäusern im Mauerwerksbau nur 94,6 Prozent der Durchschnittskosten veranschlagt. Beim Holzbau waren es 116,1 Prozent und beim Holz-Fertigteilbau 118 Prozent.
Der Kostenvorteil von mehr als 20 Prozent gegenüber Holz-Fertigteilbau liegt damit in einer Größenordnung, die in der politischen Debatte häufig erst vom Gebäudetyp E erwartet wird.
Damit lässt sich aus den von Destatis veröffentlichten Zahlen doch noch eine gute Botschaft ableiten: kostenbewusstes Bauen ist auch schon vor den gesetzlichen Änderungen für den Gebäudetyp E, allein durch bewusste Auswahl des verwendeten Wandbaustoffes möglich.