Skip to main content

Positionspapiere

Wohnungsbau

Bedingt durch die Corona-Krise wird für die deutsche Wirtschaft 2020 der größte Einbruch in der Nachkriegsgeschichte erwartet. Die Bau-, Immobilien- und Planungsbranche ist als überwiegend regional organisierte Wertschöpfungskette aktuell noch nicht in dem Umfang wie andere Branchen betroffen. Sie leistet damit in der einsetzenden Rezession einen stabilisierenden Beitrag. Allerdings wird die gesamtwirtschaftliche Situation auch zu deutlichen Nachfragerückgängen bei den Bauinvestitionen führen.

Um den wachsenden Bedarf an Wohnraum zu decken und gleichzeitig einen sparsamen Umgang mit der Ressource „Bauland“ sicherzustellen, ist eine behutsame Innenentwicklung und Nachverdichtung von Städten notwendig. Aufstockung und Umnutzung von Bestandsbauten sind flächenschonende Möglichkeiten in Ergänzung zum Bau neuer Wohngebäude. Dachaufstockungen stellen als Ergänzungsmaßnahme im Rahmen von Bestandsentwicklungen einen wichtigen Baustein zur Wohnungsangebotserweiterung dar.

Die Große Koalition hat sich mit der „Wohnraum-Offensive“ von 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Die Verbände und Organisationen der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ unterstützen diesen politischen Entschluss ausdrücklich. Darüber hinaus wird begrüßt, dass der Bau sowohl in der Regierung durch Berufung eines Bau-Staatssekretärs als auch im Parlament durch Einrichtung eines Bau-Ausschusses gestärkt wird.

Wenn die Wohnungsbau-Wende gelingen soll, muss die neue Bundesregierung folgende Maßnahmen berücksichtigen: Erhalt der Mitverantwortung des Bundes für den sozialen Wohnungsbau, Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus sowie eine Erhöhung der steuerlichen Normalabschreibung beim Mietwohnungsbau.

Um dem zunehmenden Nachfragedruck breiter Bevölkerungsschichten gerecht werden zu können, sind zusätzliche Anreize zum Neubau von mehr Wohnungen in allen Gebäudetypen und insbesondere von mehr bezahlbaren Mietwohnungen erforderlich. Damit die richtigen Weichen für eine bedarfsgerechte Wohnungspolitik gestellt werden können, fordern Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Deutsche Mieterbund die Aufnahme von 12 zentralen Maßnahmen in die Wahlprogramme.