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DGfM: Erfahrungen massiver Bauweisen für Wohnungsbau-Offensive nutzen!

Die Errichtung bezahlbaren Wohnraums voranzubringen ist das Ziel eines 10-Punkte-Programms von Bundesbauministerin Barbara Hendricks. Der am 3. und 4. März 2016 in Berlin durchgeführte nationale Kongress zum Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen macht deutlich, dass Politik und Wirtschaft jetzt konsequent an der Umsetzung arbeiten müssen.

Berlin, 4. März 2016 – (fpr) Schon seit einigen Jahren weist die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) darauf hin, dass hierzulande ein deutliches Defizit an bezahlbarem und sozialem Wohnraum herrscht. Nun rechnet die Bundesregierung mit etwa 3,6 Millionen Flüchtlingen innerhalb der nächsten vier Jahre. Im letzten Jahr kam bereits über eine Million nach Deutschland. Auch wenn von diesen Flüchtlingen nur 30 bis 40 Prozent länger oder dauerhaft in Deutschland bleiben, wird das den ohnehin schon gewaltigen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nochmals deutlich verschärfen: Nach aktuellen Berechnungen des Pestel-Instituts werden bis ins Jahr 2020 in der Bundesrepublik rund 400.000 neue Wohnungseinheiten pro Jahr benötigt. Auch aufgrund des Engagements der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“, die seit 2005 von der DGfM koordiniert wird, gründete die Bundesregierung vor gut anderthalb Jahren das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen. Aus dessen Empfehlungen wurde bereits Ende 2015 ein von Bundesbauministerin Barbara Hendricks vorgestelltes 10-Punkte-Programm für eine neue Wohnungsbau-Offensive abgeleitet und auf dem nationalen Kongress in Berlin nochmals untersetzt.

Das politische Ziel ist mehr bezahlbarer Wohnraum

In dem Programm geht es unter anderem um neue steuerliche Förderanreize für Investoren, die erneute Erhöhung der Kompensationszahlungen für die soziale Wohnraumförderung vom Bund an die Länder, ein verbilligte Abgabe von Grundstücken und deutliche Vereinfachungen im Bauplanungsrecht. Die DGfM begrüßt und fordert die schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen. Die vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagene Einführung einer temporären Sonderabschreibung für bezahlbaren Wohnungsneubau in angespannten Wohnungsmärkten soll noch im März 2016 durch den Bundestag und am 18.03.2016 durch den Bundesrat entschieden werden. Es bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Bundespolitik, sondern insbesondere die Länder zustimmen und damit ihrer Verantwortung für bezahlbares Wohnen gerecht werden. Ebenso konsequent und zügig sollte eine nochmalige deutliche Erhöhung der Kompensationszahlungen um eine weiter Milliarde Euro entschieden werden. Allerdings setzt das die absolut zweckgebundene Verwendung dieser Gelder für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums durch die Länder voraus. Diese sind seit 2006 für den Wohnungsbau verantwortlich, wollen diese Zuständigkeit nicht abgeben und müssen ihr nun auch gerecht werden.

Dazu gehört eine zügige Beschlussfassung zu sinnvollen Fördermaßnahmen im Rahmen der Landesförderprogramme sowie in Umsetzung neuer steuerlicher Anreize für private Investitionen in den Wohnungsbau. Dazu müssen in wirklich allen Bundesländern – sofern noch nicht geschehen – kurzfristig Beschlüsse gefasst werden, in denen die Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten sowie mit abgesenkter Kappungsgrenze festgelegt werden. „Das und eine unbürokratische Bereitstellung von Bauland sind die wesentlichen Faktoren, die die Politik auf Bundes- und Landesebene für den spürbaren Anschub einer bedarfsgerechten Neubautätigkeit leisten muss“, so Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der DGfM, zu diesem Aspekt.

Langfristige Planung für Kommunen entscheidend

Natürlich ist die schnelle Bereitstellung menschenwürdiger Unterkünfte für eine Erstaufnahme von Flüchtlingen eine wichtige Aufgabe, aber – und das betonte Rast deutlich – die Schaffung von vorübergehend notwendigen baulichen Einrichtungen kann nur ein erster Schritt sein. Der zweite und entscheidende Schritt sei die Realisierung von bezahlbarem Wohnraum für alle Bürger in angespannten Wohnungsmärkten sowie eine sinnvolle Integration der längerfristig oder dauerhaft in Deutschland verbleibenden Asylbewerber. Es kann auch eine Kombination aus beiden Schritten geben: Wenn unter Nutzung aller gestalterischen und bautechnologischen Möglichkeiten schnell kostengünstige, aber langlebige und damit nachhaltige Gebäude errichtet werden, die in der Erstnutzung für die Aufnahme von Flüchtlingen und mit überschaubaren Sanierungsaufwand in der Folgenutzung für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden. Von Anfang an qualitativ ansprechende und langfristige Lösungen stellen dabei typisierte Gebäude in massiver Bauweise aus Mauerwerk dar, die vor allem einen kostengünstigen und nachhaltigen Beitrag leisten.

Beitrag der Mauerwerksindustrie zum kostenoptimierten Bauen

Warum sich das massive Bauen mit Mauerwerk hinsichtlich der Bewältigung dieser Herausforderung als bevorzugte Wahl darstellt, macht Rast an einem Rückblick deutlich: „In der letzten Bauboom-Phase von 1994 bis 1997 sind bereits drei von vier Wohnungsbauten in Mauerwerk errichtet worden. In diesen Jahren wurden deutschlandweit jährlich rund 45 Millionen Kubikmeter Mauerwerk für die Erstellung von bis zu 500.000 Wohnungseinheiten verarbeitet.“ Durch die Bildung von Bauteams zwischen Investoren, Planern, Verarbeitern und Baustoffindustrie wurden modular konzipierte und typisierte Gebäude schon in der Planungsphase gemeinsam entworfen und die möglichen Vorteile des kostenoptimierten Bauens ausgenutzt. Das begann bei der Entwurfsplanung in modularen Rastern, ging über die Abstimmung mit weiteren Bauteilherstellern (Fenster, Türen etc.) zu den bevorzugten Rastermaßen bis hin zur kostenoptimierten Planung der Ausbaugewerke (Integration der Elektroinstallation in der Fußleiste etc.). Durch Vermeidung von Schneid- und Anpassarbeiten konnten mit verschiedensten Mauerwerksprodukten vom Stein über größere Planelemente bis zu geschosshohen Elementen und Mauertafeln deutlich schnellere Verarbeitungszeiten erreicht werden.

Je nach Bausituation und Anzahl der zu errichtenden Gebäude konnte der Verarbeitungs- und Logistikprozeß optimal eingestellt werden. Bei wiederholter Erstellung von typisierten Gebäuden wurden die Skaleneffekte zur weiteren Verbesserung der Verarbeitungsgeschwindigkeit genutzt. „Und das ist ebenso auf die heutige zugespitzte Situation übertragbar“, erklärt Rast. Und das ist gut so, denn mit Mauerwerk werden rund 74 Prozent aller Innen- und Außenwände im Wohnungsbau gebaut. „In allen bisherigen Bauboom-Phasen“, so Rast weiter, „war die Mauerwerksindustrie mit über 250 Produktionsstätten in Deutschland oft die einzige Industrie, die bei einem spürbaren Anstieg der Nachfrage beständig lieferfähig geblieben ist“.

Weitere Informationen zum massiven Bauen mit Mauerwerk gibt es im Internet unter www.mauerwerk-mehrgeschossbau.de.