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Verbände kontern Grünen-Anträge zur Holzförderung

Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden BBS sowie die DGfM haben

in 2016 schon mehrfach auf Anträge der Bundestagsfraktion der Grünen zur

einseitigen Förderung der Holzbauweise reagiert und einen technologieoffenen

Wettbewerb aller Bauweisen eingefordert.

Berlin, November 2016 – (fpr)
Nachhaltiges Bauen ist in aller Munde. Aus diesem Grund hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kürzlich bei der Bundesregierung einen Antrag zum Thema „Den Holzbau und das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen stärken“ gestellt. Ziel dabei war es, unter anderem zusätzliche Förderprogramme oder ordnungsrechtliche Änderungen zugunsten der Holzbauweise zu erreichen. Zwar hat das Ansinnen wohl keine große Aussicht auf Erfolg – die Bundesregierung hatte im Sommer 2016 bereits einen kleinen Antrag der Grünen zum gleichen Thema abgelehnt und sich zu einem  technologieoffenen Wettbewerb im Baustoffbereich bekannt. Dennoch wandten sich der BBS und die DGfM an die Bundesregierung und die Bundestagsfraktion der Grünen, um die Wichtigkeit der Wettbewerbsgleichheit zu verdeutlichen.

Nachhaltigkeitsbewertung über die gesamte Nutzungsdauer
Die These, dass Holz der umweltfreundlichste Rohstoff ist – denn als solcher wird er nicht selten in der Öffentlichkeit dargestellt – ist wissenschaftlich nicht haltbar. So hat die TU Darmstadt die Nachhaltigkeit von Holz- und Massivbauten sowohl für Ein- als auch für Mehrfamilienhäuser umfangreich untersucht. Das Ergebnis: Die Nachhaltigkeit von Baustoffen betrifft nicht nur ihren Herstellungsprozess, sondern schließt die gesamte Nutzungsdauer der mit ihnen errichteten Gebäude ein. Und dabei liefern die  Ökobilanzen der Häuser in Holz- und Massivbauweise unter Einbeziehung des gesamten Lebenszyklus für Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung des Baustoffs praktisch identische Ergebnisse.

Mineralischer Baustoff mit einer Reihe umweltschonender Vorteile
Neben der Ökobilanz spielt auch der Faktor „kurze Transportwege“ bei der Gewinnung der natürlichen, mineralischen Rohstoffe eine Rolle, was der Umwelt zugute kommt. Denn Sand, Kies und Ton sind in großen Mengen und vor allem regional vorhanden. Dagegen wird Bauholz, für das zu über 95 Prozent Nadelholz verwendet wird, immer häufiger importiert. Das verursacht erhebliche Transportemissionen. Zudem kann eine nachhaltige Forstwirtschaft für Holzimporte aus einigen Herkunftsländern meist nicht immer nachgewiesen werden. Darüber hinaus überzeugt Mauerwerk am Ende des Lebenszyklus eines Gebäudes oder bei dessen Rückbau und wird mit einer Quote von nahezu 96 Prozent recycelt bzw. einer Restverwertung zugeführt. 78 Prozent. Holz und Holzwerkstoffe werden dagegen nach dem Rückbau in einer Größenordnung von bis zu 80 Prozent durch Verbrennen entsorgt. Dabei wird das Kohlendioxid, das die Bäume vor der Nutzung als Bauholz gespeichert hatten, nahezu vollständig wieder an die Umwelt abgegeben.

Einseitige Förderung nicht im Sinne einer ökologischen Marktwirtschaft
Aufgrund dieser Argumente wurde deutlich gemacht, dass es für eine einseitige Förderung der Holzbauweise keine Grundlage gibt. Vielmehr sei gefordert, dass sich alle Bauweisen ihre Marktposition im technologieoffenen Wettbewerb anhand ihrer jeweiligen Stärken erarbeiten. Zudem sei es bereits jetzt der Fall, dass das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen verstärkt gefördert werde. Als Beispiele wurden das Programm „Nachwachsende Rohstoffe“, Projekte im Rahmen der Initiative „Zukunft Bau“ sowie der Bundeswettbewerb „Holzbau Plus“ genannt. Weitere einseitig gestaltete Fördermaßnahmen zugunsten des Bauens mit Holz, so die Verbände, würden Verzerrungen darstellen, die nicht im Sinne einer ökologischen Marktwirtschaft sein können.

Weitere Informationen zum nachhaltigen Bauen mit Mauerwerk gibt es unter www.mauerwerk-mehrgeschossbau.de.

Die gesamte Pressemeldung finden Sie hier.