DIN 4109

DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“

Die Bauordnungen der Länder verlangen für Gebäude einen ihrer Nutzung und ihrem Standort entsprechenden Schallschutz (§ 15 Abs. 2 MBO). Diese Anforderungen an den bauordnungsrechtlichen Schallschutz sind regelmäßig erfüllt, wenn die Gebäude den Vorgaben entsprechen, die in den als Technische Bauvorschriften eingeführten Normen DIN 4109, Anlagen 4.2/1 und 4.2/2 – Schallschutz im Hochbau, Anforderungen und Nachweise –, DIN 4109/ A 1 und DIN 4109 Beiblatt 1 – Schallschutz im Hochbau, Ausführungsbeispiele und Rechenverfahren – festgelegt sind. Werden diese eingehalten, sind die öffentlichrechtlichen Anforderungen an die Gefahrenabwehr (Lärmschutz aus gesundheitlichen Gründen; Abschirmung unzumutbarer Belästigungen) erfüllt. In den Jahren 2011 und 2012 wurde im DIN-Normenausschuss NA 005-55-74 an einer Neufassung der DIN 4109-1 „Schallschutz im Hochbau – Teil 1: Anforderungen“ gearbeitet und ein Entwurf erstellt. Eine Fertigstellung ist jedoch wahrscheinlich erst in 2014 zu erwarten.

Ende 2012 wurde vom Normenausschuss Akustik, Lärmminderung und Schwingungstechnik (NALS) im DIN und VDI die neue Richtlinie VDI 4100:2012 „Rahmenbedingungen und Handhabung aus planerischer, fachlicher und juristischer Sicht“ veröffentlicht. Die VDI-Richtlinie legt drei zusätzliche Schallschutzstufen oberhalb dem Schallschutzniveau der DIN 4109-1 (Mindestanforderungen) für die Planung und Bewertung des erhöhten und hohen Schallschutzes im Sinne der Vertraulichkeit und eines höheren Komforts von Gebäuden fest. Als wesentliche Änderung gegenüber der VDI 4100 vom August 2007 ist der Übergang zu nachhallzeitbezogenen Kennwerten zur Kennzeichnung des Schallschutzes von Räumen zu benennen.

Seitens der Mauerwerksindustrie und anderer Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Bundesarchitektenkammer waren mehrere Einsprüche gegen die VDI-Richtlinie eingelegt worden, da die Schallschutzstufe II nur noch schwer und eingeschränkt (kostenintensiv und qualitativ äußerst hochwertig in der Ausführung), die Schallschutzstufe III nicht mehr wirtschaftlich und mit allen tradierten Baukonstruktionen ausführbar ist. Es wurde klargestellt, dass die neue VDI 4100 von den beteiligten Verbänden und Kammern (BAK, BFW, GdW, ZDB und DGfM) nicht als Regel der Technik anerkannt und daher in der vorliegenden Form abgelehnt wird.

In der Oktober-Sitzung 2012 hatte der DGfM-Vorstand beschlossen, einen erneuten Anlauf zur Aktualisierung der Empfehlungen zum erhöhten Schallschutz zu starten. Es wurde ein Antrag beim DIN auf Überarbeitung des Beiblattes 2 der alten DIN 4109 gestellt. Der Antrag wurde im zuständigen DIN-Normenausschuss am 11.06.2013 zwar abgelehnt. Gleichzeitig wurde aber beschlossen, nach Vorlage des Entwurfs zur neuen DIN 4109 die Beiblätter 1 und 2 der alten Norm zu überprüfen. Das wird nun wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2014 erfolgen. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, eine Empfehlung zum erhöhten Schallschutz als sogenannte DIN-SPEC im PAS-Verfahren mit interessierten Teilnehmern unter Betreuung des DIN zu erarbeiten. Eine so erstellte DIN SPEC mit Empfehlungen zum erhöhten Schallschutz würde dann nach Abschluss des PAS-Verfahrens über den Beuth-Verlag veröffentlicht. Die Erarbeitung dieser DIN SPEC im PAS-Verfahren wird nach letztem Stand im September 2013 starten.

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