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Kostenoptimierung durch Typisierung

Exorbitant steigende Grundstückspreise und hohe Baukosten machen den Bau günstiger Wohnungen nahezu unmöglich. Für Heft 5 der DAfM-Publikationsreihe hat die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE//eV) untersucht, welchen Beitrag typisiertes Bauen mit Mauerwerk zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum leisten kann.

Mit typisiertem Mauerwerk lassen sich die kostengünstigsten Geschosswohnungsbauten auf dem deutschen Wohnungsmarkt errichten. Grafik: ARGE // eV

Laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung fehlen in Deutschland 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürften den Bedarf in den nächsten Jahren noch weiter erhöhen. Als bezahlbar gelten Wohnungen, deren Warmmiete weniger als ein Drittel des Haushaltseinkommens ausmacht. Legt man das durchschnittliche Haushaltseinkommen von Geringverdienern von 2.200 € zugrunde, dürfte die Warmmiete 660 € nicht überschreiten. Umgerechnet auf den Quadratmeter wären das z.B. für eine 92 m2 große Wohnung 7,20 €/ m2. Mit Erstellungskosten, die aktuell zwischen 2.100 und 5.000 € pro Quadratmeter Wohnfläche liegen, lassen sich derartig günstige Mietpreise mittlerweile nicht mehr realisieren. Für Heft 5 der DAfM-Publikationsreihe hat die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE//eV) untersucht, welchen Beitrag typisiertes Bauen mit Mauerwerk zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum leisten kann.


Individualität als Kostentreiber
Mehr als 90 Prozent aller Geschosswohnungsbauten in Deutschland werden aktuell nach individuellen Planungen errichtet. Die so entstandenen Wohngebäude sind auf das jeweilige Grundstück, den städtebaulichen Kontext, die regionalen Besonderheiten sowie die Wünsche des Bauherrn „maßgeschneidert“ – und damit vergleichsweise kostenintensiv. Standardisiertes Bauen könnte zu deutlichen Kosteneinsparungen führen, wird aber immer noch mit in Plattenbauweise errichteten Hochhaussiedlungen assoziiert. „Mittlerweile sind sehr differenzierte Standardisierungslösungen möglich, die sowohl wirtschaftlich als auch architektonisch überzeugen. Die in DAfM-Heft 5 veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der ARGE//eV zum standardisierten Bauen mit Mauerwerk sind eindeutig und liefern wichtige Erkenntnisse für den sozialen Wohnungsbau in Deutschland", macht Dr. Ronald Rast, Vorstandsvorsitzender des DAfM, deutlich. Neben einer detaillierten Analyse der aktuellen Baukosten zeigt die Publikation Potenziale und Grenzen unterschiedlicher standardisierter Bauweisen auf.  Eine besondere Form des standardisierten Bauens stellen typisierte Mauerwerkskonstruktionen dar, die besonders große Einsparpotenziale eröffnen.

Typisiertes Mauerwerk ist am wirtschaftlichsten
Wie groß die Kostenunterschiede zwischen individualisiertem, seriellem und typisiertem Bauen im Geschosswohnungsbau sein können, zeigt eine in der Studie veröffentliche Gegenüberstellung. Verglichen wurden die Bauwerkskosten von individuell errichteten Häuser, sogenannten Typenhäusern sowie seriell errichteten Gebäuden gleicher Größe. Mit 2.300 €/m2 ist das individuelle Gebäude erwartungsgemäß am teuersten, das seriell gefertigte liegt mit 2.080 €/m2 im Mittelfeld. Als kostengünstigste Variante erwies sich der typisierte Mauerwerksbau mit 1.950 €/m2 Wohnfläche. Zu noch besseren Ergebnissen kam eine Auswertung von 25 nach dem „Kieler Modell“ gebauten Typenhaus-Projekten in Schleswig-Holstein. Hier lagen die Bauwerkskosten im Median für diese Mauerwerksbauten bei 1.800 €/m2 Wohnfläche – und gehören damit zu den kostengünstigsten Geschosswohnungsbauten auf dem deutschen Wohnungsmarkt.
 

Heft 5 der DAfM-Schriftenreihe „Kostenoptimiertes und typisiertes Bauen mit Mauerwerk im Geschosswohnungsbau“ kann ab sofort zum Preis von 9,90 € inklusive MwSt. bei der DAfM bestellt werden.

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