Mauerwerk 06/11
Thema: Bauen im Bestand, Sanierung, Nachhaltigkeit
Erscheinungstermin: Dezember 2011
Produkte & Objekte
Firmen-Berichte zu Referenzobjekten, Produkten, Verfahren, Anwendungen, Dienstleistungen etc. zu den Themen:
- Befestigungstechnik: Abfangungselemente, Dübel, Verankerungen, Halterungen
- Abdichtung, Injektionsverfahren, Feuchteschutz
Fachaufsätze - Themenschwerpunkt: Ausführung, Nachhaltigkeit, Abdichtung, Bauphysikalische Auswirkung von Ankern bei zweischaligem Mauerwerk
Michael Balak
Nachträgliche Horizontalabdichtung von Bruchsteinmauerwerk mittels Injektionsverfahren
Im Rahmen des Forschungsprojektes "Hydrophobierende und/oder porenverschließende Injektionsmittel" (gefördert durch die FFG Forschungsförderungsgesellschaft) wurden die Wirksamkeit und die Anwendungsgrenzen von hydrophobierenden und/oder porenverschließenden Injektionsmitteln zur nachträglichen Horizontalabdichtung von Bruchsteinmauerwerk unter besonderer Berücksichtigung der Einbringungsart untersucht.
In Abhängigkeit des Durchfeuchtungsgrades (gering, mittel, hoch) und der Einbringungsart (Hohldochtverfahren, Infusions- schlauchverfahren, Injektionscremeverfahren, Druckverfahren) wurde die Wirksamkeit von sieben Injektionsmitteln an vier unter- schiedlichen in der Wiener Bausubstanz häufig vorkommenden Gesteinstypen (St. Margarethener Kalksandstein, Leithakalk, Rohrbacher Konglomerat, Quarzsandstein aus der Flyschzone) im Labor, an Versuchspfeilern und an zwei Objekten untersucht.
Die Untersuchungen haben hinsichtlich des Einsatzes von hydrophobierenden und/oder porenverschließenden Injektionsmitteln zur nachträglichen Horizontalabdichtung von Bruchsteinmauerwerk sehr unterschiedliche Ergebnisse gebracht, wodurch an jedem Objekt vor Durchführung der Injektionsarbeiten im Rahmen der Bauwerksdiagnostik eine Gesteinserkundung hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften zur Auswahl objektspezifisch geeigneter Injektionsmittel erforderlich ist.
Michael SteinbrecherSanierung historischer Fassaden, Anschlussprobleme und handwerkliche Probleme – Überblick
Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde die Ausführungspraxis bei der Sanierung und Instandsetzung von Putzfassaden analysiert.
Der Schwerpunkt der Untersuchung lag im Bereich der Sanierung von denkmalgeschützten Fassaden historischer Objekte in Wien. Ergänzend wurden Gutachten über Schadensfälle an Putzfassaden ausgewertet.
Anton Pech
Erdbebensicherheit von historischen Mauerwerksbauten
Mit der Neufassung der ÖNORM B 1998-1:2011, einer Überarbeitung der ÖNORM B 1996-3:2009 sowie vorliegender internatio- naler (ESECMaSE) und nationaler (ÖIBI-Bestandsmauerwerk) Forschungsergebnisse können die vertikalen und horizontalen Einwirkungen und Widerstände von Mauerwerksbauten nunmehr neu bewertet werden und stellen sich bei einer genaueren Berechnung nicht so schlecht dar, wie sie bei einer vereinfachten Betrachtung erscheinen.
Wolfgang Gollner
Nachhaltigkeit bei der Sanierung
In der DIN 18 330 – Mauerarbeiten – Ausgabe April 2010 der VOB/C heißt es in Abschnitt 3.2 unter der Überschrift: "Ausführung – Mauerwerk", Mauerwerk sei nach DIN 1053-1 "Mauerwerk, Teil 1: Berechnung und Ausführung" auszuführen. Die DIN 1053-1 wird künftig durch den "Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten – Teile 1 bis 3" ersetzt werden, der schon länger vorliegt. Voraussetzung des Inkrafttretens ist jeweils ein sog. "Nationaler Anhang", der zwischenzeitlich ebenfalls vorliegt, aber noch im Einspruchsverfahren ist. Das Deutsche Institut für Normung hatte mit Verweis auf entsprechende Verpflichtungen gegenüber dem Europäischen Komitee für Normung mehrfach angekündigt, die dem Eurocode 6 entgegenstehende nationale DIN-Norm 1053 zurückzuziehen, zuletzt in der Januar-Ausgabe der DIN-Mitteilungen 2011. Die Einspruchsfrist dagegen endete am 28.02.2011. Gegen die Zurückziehung haben der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau Einspruch eingelegt. Die Entscheidung, die DIN 1053-1 zurückzuziehen, hat das DIN-Institut in die zuständigen Normungsgremien zurück delegiert; die Rücknahme ist also noch offen. Der Beitrag schildert rechtliche Belange der Thematik.
Udo Meyer
Brandschutz mit Mauerwerk – Aktuelle Entwicklungen in der Normung
Werner Seim
Stand der Einführung EC 6
Begriffe wie Nachhaltigkeit oder Green Building sind aus der heutigen Bauwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist Nachhaltigkeit nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis, sondern Ziel vieler Baumaßnahmen.
Besonders wichtig ist es, auch bei der Sanierung von Bestand- bzw. Altbauten entsprechende nachhaltige Planungs- und Ausführungsmethoden umzusetzen. Intergrale Planung inkl. Einsatz von Gebäudesimulationen zur exakten Bestimmung von Auswirkungen, beispielsweise auf den Wärmeschutz und die Betriebskosten, sind ein wichtiges Werkzeug.
Entsprechende Planungs- und Umsetzungsstrategien sollen im Artikel erläutert werden.
Andreas KolbitschNachhaltige Sanierung von Natursteinmauerwerk und Natursteinkonstruktionen
Bei der Untersuchung und Ertüchtigung von Bestandsobjekten der Bauphasen bis 1900 ist man häufig mittragenden Konstrukti- onselementen aus Natursteinmauerwerk, im Bereich von Denkmälern mit reinen Natursteinkonstruktionen verbunden.
Während für konventionelles Bestandsmauerwerk aus gebrannten Ziegeln in den letzten Jahren fundierte Bewertungsregeln auch unter Berücksichtigung von Erdbebeneinwirkung erstellt werden konnten, besteht für Natursteinkonstruktionen noch ein erheblicher Untersuchungs- und Entwicklungsbedarf.
Im Beitrag werden neben einer kurzen Charakteristik der Materialien und Konstruktionen aktuelle Untersuchungsmethoden zur Bestandsbewertung und Ertüchtigungsansätze vorgestellt.
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